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Von den perfiden Methoden einen Arbeitskampf zu verhindern

Leserzuschrift aus Göttingen

Verantwortung tragen möchte niemand mehr in diesem Land, renommieren und gut dabei verdienen ist jedoch zum Sport geworden. So haben es sich wohl auch die Kreisväter und –mütter (kurz KTA´s) des Landkreises Northeim gedacht, als sie sich zur Wahl stellten.
Der Landkreis Northeim ist ordentlich runtergewirtschaftet. Die Schätzchen werden eines nach dem anderen verkauft. Helfen kann das mittelfristig jedoch nicht. Aber es verschafft Linderung bis zur nächsten Kommunalwahl. Vier Jahre = vier Verkäufe werden sich die Damen und Herren gedacht haben. Da kommt die Gesundheitsprivatisierung gerade recht. Und wenn die letzte Kuh verkauft ist, kommt die Jugend ans Ruder und kann es richten.

Verkauft werden sollen nun die Kliniken in Northeim, Einbeck und Bad Gandersheim. Insbesondere Bad Gandersheim ist als Sorgenkind auserkoren. Kein Wunder: die Gesundheitspolitik von SPD und CDU im Bund hat Kuren massiv aus dem Plan genommen, den Kurorten jedoch keinen Schutzschirm verpasst. Da geht die Klinik baden – und der gesamte Ort gleich mit. Hier ist also verfehlte Bundespolitik am Werk, die eine kommunale Katastrophe auslöst. Nur dass die Damen und Herren KTA sich nicht an den Bund wenden, sondern versuchen die Angelegenheit unter sich zu regeln, was nicht funktionieren kann; es sei denn, sie wären kreativ und in der Lage Bad Gandersheim ein neues wirtschaftliches Image zu verschaffen. Aber wer traut das einem Landrat zu? – ich nicht!
So haben Politik und Gewerkschaft versucht, das Krankenhaus in Gandersheim zu retten. Es wurde restauriert und renoviert und umgebaut und … eine Menge Geld reingesteckt, das nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz vom ach so armen Land Niedersachsen hätte kommen müssen. Dieses wiederum baut lieber einen neuen Landtag und finanziert die privaten Kliniken. Muss man verstehen – vielleicht. Ich verstehe es nicht.

Nun hat der Kreis die Bräute schick gemacht und will sie an eine Kette verscherbeln, die dann wiederum weiter umbaut und vom Land dafür abkassiert. Damit aber glauben sich unsere lieben KTA´s der Verantwortung entledigt. Über die Nachteile für Mitarbeiter und Patienten müssen wir an dieser Stelle wohl nicht reden.

Perfide ist jedoch die Art und Weise einen Arbeitskampf zu verhindern. Während es im Sommer von Seiten der Politik noch hieß das sei noch nicht Spruchreif, lacht jetzt jeder über die wild gewordenen Aktivisten, die versuchen etwas zu retten, was längst zum Verkauf ausgeschrieben ist. Man argumentiert nun, da hätte man früher aufstehen müssen. Das bringt alles nichts mehr. Alia iacta est!
Aber was geschieht hinter den Kulissen?

Ärzte kündigen ihren Job im Kreiskrankenhaus Northeim, weil sie die Situation als unbefriedigend empfinden. Wie schwer es selbst für eine Krankenhaus-Kette sein wird neue gute Ärzte zu verpflichten, weiß jeder, der sich in der Branche auskennt.
Zwei Abgeordnete sind bereits von ihrem Amt zurückgetreten, weil sie die Entscheidungen des Verkaufs für falsch halten.
Die Bevölkerung ist gereizt und reagiert zornig auf die Schacherei des Kreistages. Bei einer Unterschriftensammlung haben wir bislang etwa 1.000 Northeimer befragt. über 800 sind gegen den Verkauf und halten diesen für unverantwortlich.

Die Mitarbeiter? Sie haben schon einige Kröten geschluckt. Doch nutzen wird ihnen das nicht. Verdi ist froh, wenn es überhaupt einen Tarifvertrag mit einem neuen Betreiber geben wird. Man will retten, was zu retten ist. Dass es Ver.dianer in der SPD gibt und die SPD für den Verkauf gestimmt hat, wird lieber verschwiegen.
Alles sehr perfide.

Am Ende bleibt ein Trümmerhaufen und es ist jetzt schon abzusehen, dass vor allem das Krankenhaus Bad Gandersheim von einem neuen Betreiber nach Ablauf der Vertragszeit unverzüglich geschlossen wird, weil die Infrastruktur fehlt. Und auch in Northeim und Einbeck wird man die Wirtschaftlichkeit zum Hauptfaktor für einen weiteren Betrieb machen, nicht die Rettung von Menschenleben oder gar die Heilung. Das sind nur noch Randfiguren im Monopoly um die Vormachtstellung im Gesundheitswesen.







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