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24.05.2012:
Zum Tarifabschluss bei der Telekom 2012

Sehr schnell und überraschend positiv kam der Schlichterspruch zuerst für die DTAG und Auszubildende und zügig danach auch in ähnlicher Höhenlage für die übrigen Teile des Telekom-Konzerns wie das Deutschlandsegment und T-Systems zuzüglich der Töchter. Lediglich drei Wochen Warnstreiks mit täglich nicht mehr als 15.000 Streikenden waren nötig um der Telekom 500 Millionen Euro aus den Rippen zu leiern, obwohl es vorher noch hieß, es sei kein Geld da. Dieses wäre schon für die Dividenden-Ausschüttungen an die Aktionäre verplant.

Für die unteren Einkommensgruppen konnte eine höhere prozentuale Lohnsteigerung erreicht werden als für die übrigen Beschäftigten. Leider konnte sich in der Forderungsdiskussion keine Festgeldforderung durchsetzen, dennoch ist das ein klarer Erfolg in Richtung Rücknahme der 2007 vereinbarten zweiten Lohnebene im Konzern, in die Neueingestellte rutschen. Auch bei den Azubis konnte durch unterschiedliche Erhöhung der Vergütung die Cluster-Bildung in besser- und schlechterverdienende Ausbildungsberufe in Schritten wieder zurückgenommen werden. Besonders die Azubis waren in diesem Jahr sehr kämpferisch und hatten vielerorts gute kreative Aktionen vorbereitet, die sie trotz Schlichtung und damit Friedenspflicht in den Pausen oder ihrer Freizeit durchführten.


Erfolg bei VCS


Ein Durchbruch gelang durch den Schulterschluss mit den Beschäftigten bei Vivento Customer Services (VCS) wohin einst Telekom-KollegInnen ausgelagert wurden, Standorte an Bertelsmann verkauft oder geschlossen wurden und die seit 7 Jahren keine Lohnerhöhung gesehen haben und wo für die KollegInnen mit Schutzfristen nun der Abstieg auf ein Niveau auf Armutslohn drohte. Der Arbeitgeber wurde an den Verhandlungstisch gezwungen und hat nun ein Angebot vorgelegt.


Laufzeit – Licht und Schatten


Gut ist, dass es wieder gelungen ist die Laufzeit so zu koordinieren, dass 2014 wiedr alle KollegInnen gemeinsam in die Tarifrunde gehen. Aber die lange Laufzeit von 24 bis 27 Monaten kann noch zum problem werden, denn niemand kann sagen, wie sich Steuern, Sozialabgaben oder Preissteigerung in diesem Zeitraum entwickeln werden.


Die Variable


Die Grundsicherung der Entgelte und damit die Absenkung des Anteils variabler Lohnbestandteile ist noch eine weitere Umdrehung zurück am Rad der Telekom-Tarifgeschichte. (hierzu bitte die vorrangegangenen Netzwerk-Stellungnahmen bzw. magentat Betriebsblätter lesen: http://www.netzwerk-verdi.de/25.0.html). Hier steckt der Teufel allerdings im Detail. Viele KollegInnen sind nach den nervenraubenden Zielverhandlungen, enttäuschenden Bilanzgesprächen und aufgrund mangelnder Zeit und Lust am Arbeitsplatz sich um Dokumentation von Tätigkeiten und Personalressourcen zu kümmern statt um Kundenanliegen erst einmal froh, dass es keine Jahreszielgehalte von nur 60 Prozent geben kann und sie sich nicht mehr mit Team- und Regionalleitern und Zielkatalogen rumschlagen müssen. Dennoch ist nicht sicher, welche Ziele der Aufsichtsrat mit welchen Budgetwerten festlegen wird und wie er im nächsten Jahr die Bilanz zieht. Hier gilt immer noch das Doppelstimmrecht des Arbeitgebers!

 

Demokratie im Arbeitskampf

 

Dieser Schwenk in den Verhandlungen hätte breit diskutiert werden müssen. Wieder gab es nur vereinzelt für KollegInnen die Möglichkeit in einer Streikversammlung zusammenzukommen und den Stand und die Streiktaktik zu diskutieren, um diese Stimmen den Landesarbeitskampfleitungen mitzugeben. Die Regionalkonferenzen finden nun zum Ende der Tarifrunde statt. Ein Fortschritt ist immerhin, dass nun häufiger als in der Vergangenheit zumindest mit Tarifinfos besser informiert wurde und diese auch weniger schönfärberisch gehalten und mit mehr Informationen versehen waren.


Es wäre mehr drin gewesen...


Eine Fortsetzung des Streiks und Verstärkung nicht nur mit den KollegInnen von Kabel Deutschland, die sich jetzt in die Auseinandersetzung begeben, sondern in einer Gewerkschaft gemeinsam mit den Beschäftigten bei den Banken und bei einer offensiveren Strategie noch mit den Beschäftigten im Öffentlichen Dienst und vielleicht auch noch mit den Metallern hätte die Merkel&Co-Regierung schon ein Jahr vor den Bundestagswahlen ganz schon ins Wanken gebracht. Sechs Millionen Beschäftigte zur gleichen Zeit im Streik – das wäre eine gute Gelegenheit gewesen, ein Signal der Stärke der Gewerkschaftsbewegung zu setzen.


Hier und überall in Europa (und der Welt) werden ArbeitnehmerInnen zur Kasse gebeten, wenn es darum geht die Krise des Euro, des Finanzmarktes abzuwälzen. Für die Rettungspakete müssen wir irgendwann die Zeche zahlen. Eine Lohnerhöhung von 2 Prozent im Jahr kann schnell aufgebraucht sein, wenn die Regierung die Mehrwertsteuer erhöhen muss, weil die Banken ihr Geld sehen wollen. So eine große gewerkschaftliche Bewegung hätte die Forderung nach einer Vermögenssteuer aufwerfen können und so massiv Druck auf die Regierung aufbauen, wenn nicht sogar den politischen Streik in Deutschland wieder auf die Tagesordnung setzen können. Das wäre eine enorme Ermutigung für unsere KollegInnen in anderen Ländern gewesen sich gegen die Angriffe im Namen des Euro zu wehren, wie z. B. die griechischen Telekom-KollegInnen bei OTE wo die Deutsche Telekom einen 40-prozentigen Anteil hält und denen nun die Löhne drastisch gekürzt werden.


Alle Stellungnahmen zur Telekom finden sich unter http://www.netzwerk-verdi.de/25.0.html


Alle Detailinformationen zum Abschluss unter http://tk-it.verdi.de









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