Kämpferische Kolleg*innen in ver.di organisieren sich
Erfolgreiches bundesweites Netzwerk-Treffen
Das „Netzwerk für eine kämpferische und demokratische ver.di“ lud am 24. und 25. Januar zu einem Treffen für Kolleg*innen aus dem gesamten Bundesgebiet ein. Dreißig in betrieblichen und gewerkschaftlichen Gremien aktive Kolleg*innen aus mindestens 11 Städten (u.a. Berlin, Essen, Hannover, Kassel, Köln, Lemgo, Mainz, München, Münster, Nürnberg und Stuttgart) nahmen teil.
von René Arnsburg, Mitglied im Fachbereichsvorstand A, verdi Berlin-Brandenburg*
Zu Beginn wurde über die internationalen Entwicklungen gesprochen, die auch auf die Lage der Arbeiter*innenklasse in Deutschland große Auswirkungen haben.
Militarisierung und Sozialabbau
In Zeiten zunehmender Konkurrenz zwischen den imperialistischen Großmächten will auch Deutschland seine Position durch zunehmende Militarisierung behaupten. Das erhöht den Druck auf die Beschäftigten in Deutschland, die nicht nur für Rüstungsprojekte zahlen sollen, sondern auch für die Folgen kapitalistischer Krisen. Während die Gewerkschaften die größten Organisationen der Arbeiter*innenklasse sind und dafür geschaffen wurden, die Interessen der Kolleg*innen durch kollektives Handeln wie Streiks zu verteidigen, lassen sich die Gewerkschaftsführungen in Form der Sozialpartnerschaft in die Politik der Regierung einbinden. Sozialkürzungen, Angriffe auf soziale Errungenschaften, Rente, Arbeitszeit stehen auf der Tagesordnung.
Die Gewerkschaftsführungen lehnen die geplanten Maßnahmen des Sozialabbaus zwar ab, jedoch stellen sie nicht grundlegend die massive Aufrüstung und Militarisierung in Frage. Die von der DGB-Vorsitzenden Fahimi im Herbst 2025 in Aussicht gestellten „Streiks gegen die marktliberale Politik“ wie auch große Proteste, wie vom ver.di-Vorsitzenden Frank Werneke angekündigt, hat es bisher nicht gegeben. Diese müssten jetzt aber mit großer Dringlichkeit vorbereitet werden!
Angesichts dessen haben die Teilnehmer*innen darüber diskutiert, wie sie die Debatte über einen notwendigen Kurswechsel in ver.di vorantreiben können.
Vorhaben
Im Rahmen der gerade anlaufenden ver.di-Organisationswahlen wollen sich Unterstützer*innen des Netzwerks mit Initiativen und politischen Anträgen auf Konferenzen bis hin zum Bundeskongress und in ehrenamtlichen Vorständen einbringen. Es gibt bereits eine Musterresolution für den Aufbau des Widerstands gegen die geplanten Grausamkeiten der Bundesregierung. Eine weitere Musterresolution gegen Militarisierung wird diskutiert. Zudem sollen Anträge zum politischen Streik, zur Tarifpolitik- und Strategie und anderen Punkten in den nächsten Wochen kollektiv erarbeitet werden. Dazu werden Online-Treffen organisiert. Am Ende des Treffens wurde eine Abschlusserklärung verabschiedet, in der konkret auch die Herausgabe eines regelmäßigen Newsletters beschlossen wurde. Dafür, wie auch andere Aspekte (beispielsweise die Verbesserung des Webseitenauftritts) wurde beschlossen, auch regelmäßige Spenden einzuholen. Die Teilnehmenden sprachen sich für die Organisierung eines bundesweiten Präsenztreffens 2027 aus. Zudem wurde ein Soli-Foto mit Grüßen an die Kolleg*innen der Vivantes-Töchter in Berlin geschickt, die sich aktuell in einer harten Tarifauseinandersetzung befinden.
Weitere Infos auf www.netzwerk-verdi.de
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