Ein Netzwerk von kritischen, aktiven Kolleg*innen in ver.di.
Plattform des Netzwerks
Wir sind aktive Kolleg*innen in ver.di und fordern/setzen uns für eine starke Gewerkschaft ein.“
1. eine konsequent kämpferische Ausrichtung von ver.di und
2. transparente und demokratische Gewerkschaftsstrukturen.
Wir erleben einen starken Abfall im Lebensstandard für viele Kolleg*innen und Kollegen. Besonders die unteren und mittleren Lohngruppen sind davon betroffen. Gleichzeitig hat in fast allen Bereichen eine enorme Leistungsverdichtung stattgefunden. Gesellschaftlich wichtige Bereiche wie Gesundheit, Bildung, Soziales, Bus und Bahn werden schlecht finanziert und ein eklatanter Personalmangel wird seit Jahren nicht angegangen. Innerhalb der kapitalistischen Wirtschaft stehen die Profite an erster Stelle, nicht die Bedürfnisse der Masse der Bevölkerung. Damit ihre Gewinne sprudeln, fordert die Kapitalseite Arbeitszeitverlängerung, Rentenkürzung, Erhöhung der Eigenleistung im Gesundheitsbereich und dergleichen mehr. Derweil beschließt die Regierung die Aufrüstung voranzutreiben. Die Kosten dafür werden sie bei uns eintreiben. Um unsere Gegenwehr auszuhebeln, nehmen sie das Streikrecht ins Visier. Die Gewerkschaften stehen also vor schwierigen Aufgaben: Widerstand gegen die sozialen Angriffe auf Löhne und Arbeitsbedingungen und Widerstand gegen die politischen Angriffe auf unsere Rechte. Damit ver.di diesen
Aufgaben gerecht werden kann, muss die Gewerkschaftsführung ihre sozialpartnerschaftliche Ausrichtung beenden. Die Interessen der Beschäftigten werden nicht im gegenseitigen Einvernehmen mit den Arbeitgebern und der Regierung durchgesetzt. Stattdessen stehen sich in einer kapitalistischen Gesellschaft Klassen mit entgegengesetzten Interessen gegenüber: die Klasse der Besitzenden (des Kapitals) und die der Lohnabhängigen. Erfolg oder Niederlage im Kampf um Löhne und Arbeitsbedingungen, aber auch allgemeine Rechte der Lohnabhängigen sind eine Frage der Kräfteverhältnisse.
In den letzten Jahren haben wir auch eine Vielzahl an positiven Ansätzen für eine solche Neuausrichtung gesehen. So haben Kolleg*innen in Krankenhäusern enorme Fortschritte erreichen können. Hierbei wurden unter anderem demokratischere Formen des Kampfes eingeführt, wie das Teamdelegiertenprinzip. In einigen Bereichen fanden inspirierende Arbeitskämpfe statt. Wir wollen, dass Ansätze für Streikdemokratie erweitert werden.
Wir wollen Tarifverhandlungen mit voller Transparenz und Einbezug der Streikenden. Unsere Gewerkschaft würde daran arbeiten, Tarifbewegungen zu koordinieren, um maximale Stärke zu entwickeln. Sie sollte auch nicht davor zurückschrecken, den engen Rahmen des geltenden Streikrechts nach Möglichkeit zu verlassen und für weitergehende politische Forderungen auf die Straße zu gehen. Angesichts der drohenden massiven Angriffe auf alle sozialen und rechtlichen Errungenschaften, die in den letzten mehr als hundert Jahren von der Arbeiter*innenklasse erkämpft wurden (Renten, Arbeitszeiten, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Achtstundentag uvm.
Der Kampf für den Ausbau der gesellschaftlichen Daseinsvorsorge kann bedeutende Teile der abhängig Beschäftigten in den entsprechenden Branchen mit großen Teilen der Bevölkerung für gemeinsame Ziele zusammenbringen: für ein öffentliches und bedarfsgerechtes Gesundheitswesen, den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs, für mehr Personal an Schulen und Kitas.
Wir sind davon überzeugt, dass wir kämpferische und demokratische Gewerkschaften so nötig brauchen, wie nie zuvor. Um einen Kurswechsel durchzusetzen, bedarf es aber einer bewussten Strategie und der Vernetzung von Kräften in ver.di, die sich für diese Ziele einsetzen wollen. Als diese organisierte Vernetzung bringen wir uns auch gemeinsam personell in ver.di ein, um unsere Argumente und Vorschläge konstruktiv innerorganisatorisch anzubringen. Dazu laden wir alle Kolleg*innen herzlich ein. Zusätzlich sind wir Teil der
gewerkschaftsübergreifenden „Vernetzung für kämpferische Gewerkschaften“ (VKG).
Wir stehen für:
- Eine kämpferische und demokratische ver.di, sowie gewerkschaftlichen (Wieder-)aufbau in Betrieben und Dienststellen
- Ein Ende der Ausrichtung auf Sozialpartnerschaft und Co-Management
- Nein zu voreiligen Kompromissen und Schlichtungsvereinbarungen – Einsatz des Mittels von Streik wo möglich zur Durchsetzung der Forderungen
- Führen von Abwehrkämpfen gegen Angriffe auf Rente, Arbeitszeit und Streikrecht
- Zusammenführung und Koordinierung von Tarifkämpfen (innerhalb von ver.di aber auch über
die Organisationsgrenze hinaus) - Streikdemokratie: Streikversammlungen in den Betrieben, örtliche sowie bundesweite Streikdelegiertenkonferenzen, um über alle wichtigen Fragen zu diskutieren und zu entscheiden; kein Abschluss und Streikabbruch ohne vorherige Diskussion unter den Mitgliedern
- Innergewerkschaftliche Demokratie: durchschnittlicher Facharbeiter*innenlohn für alle Funktionär*innen; Prinzip der Wähl- und Abwählbarkeit
Unsere wichtigsten gewerkschaftlichen Forderungen/Orientierungspunkte:
- Gleicher Lohn bei gleicher Arbeit
- 30 Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich
- Beschränkung der Nacht- und Schichtarbeit auf Betriebe, in denen sie aus technischen oder sozialen Gründen erforderlich ist
Wir setzen uns dafür ein, dass ver.di auch für
gesellschaftspolitische Veränderungen reale Kämpfe führt, wie unter anderem:
- Für eine deutliche Anhebung des Mindestlohns
- Repressionsfreies Arbeitslosengeld für die Dauer der Arbeitslosigkeit
- Abschlagsfreie Rente mit 60
- Aas Recht auf politischen Streik
- Gegen Privatisierung, für Re-Verstaatlichung bzw. Re-Kommunalisierung in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Verkehr, Post und Telekommunikation, Energiewirtschaft, Wohnen unter demokratischer Kontrolle und Verwaltung
- Gegen Krankenhausschließungen und für ein öffentliches, kostenloses und bedarfsgerechtes Gesundheitswesen unter demokratischer Kontrolle und Verwaltung
- Für mehr Personal in Schulen und Kitas und kleinere Klassen und Gruppen
- Für den massiven Ausbau des kostenfreien öffentlichen Personennahverkehrs
- Für Milliarden in Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge und Klimaschutz anstatt Milliarden für Rüstung und Krieg
- Gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht und jegliche Zwangsdienste
- Für drastische Steuern auf große Vermögen und Gewinne zur Finanzierung der oben genannten notwendigen Investitionen und Personal
